>alte polizei<, Kulturzentrum in Stadthagen, Mehrgenerationenhaus Schaumburg

Netz gegen Rechts

update 13.07.2015



Soziokultur gegen Rechtsextremismus:
AK Netz gegen Rechts Stadthagen

Als Kulturzentrum in Stadthagen bieten wir vielfältige Möglichkeiten einer aktiven Mitgestaltung des Lebens in unserer Stadt und im Landkreis Schaumburg: Generationen übergreifend, interkulturell und kreativ. Demokratische Kulturarbeit und aktive Partizipation tragen dazu bei, einem Denken und Handeln zu begegnen, das Rassismus, insbesondere Antisemitismus, Antiziganismus sowie eine Verherrlichung der NS-Diktatur betreibt. Wer solchen Hass sät, missachtet grundlegende Menschenrechte und verschärft soziale Spannungen. 
Den rechtsextremistischen Versuchen einer zunehmenden Beeinflussung der öffentlichen Meinung in Deutschland und der unerträglichen Toleranz für diese Ideologien, die erst schwere Verbrechen der Neuen Rechten möglich gemacht hat, treten wir vernetzt mit anderen demokratischen Kräften unserer Zivilgesellschaft entgegen.

Ab Herbst 2012 tragen drei neue Angebote in unserem Kulturzentrum zur Stärkung des Widerstandes gegen Rechtsextremismus bei:

1. Zum einen treten wir mit gezielten Angeboten der Einflussnahme der Neonazis auf die Jugendkulturen in Stadthagen und Schaumburg entgegen.

2. Auch Informationen über Strukturen, AkteurInnen und Aktionsformen der Neuen Rechten in unserem Landkreis und den angrenzenden Regionen sollen stärker als bisher die demokratische Öffentlichkeit sensibilisieren.

3. Für alle, die in der Öffentlichkeit Zivilcourage zeigen wollen, werden wir Unterstützung anbieten: >Netz gegen Rechts<.

Die bestehenden Kooperationen zur Stärkung einer demokratischer Kultur – insbesondere der vielfältigen Jugendkulturen setzen wir aktiv fort: Mit der IGS Schaumburg als >Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage<, dem Förderverein für die ehemalige Synagoge in Stadthagen, dem Bündnis Bad Nenndorf ist bunt, dem Jugend-Projekt >für demokratie courage zeige< der DGB- und Naturfreunde-Jugend Nds. sowie anderen Jugend-Einrichtungen im Landkreis, mit denen wir durch unseren offenen Jugendtreff und die Jugend-Kulturprojektarbeit in Verbindung stehen.

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Bad Nenndorf ist bunt

Wir tragen dazu bei, Kontakte in der Prävention und eine Stärkung von Jugendlichen und SeniorInnen gegen Rassismus weiterzuentwickeln. Solange die zuständigen Behörden den traurigen Propaganda-Aufzug von Neonazis in Bad Nenndorf nicht verbieten, bleibt es wichtig, dort praktische Beiträge zum zivilgesellschaftlichen Engagement gegen Rassismus in Schaumburg zu leisten.

Rechtsextremistische Propaganda stoppen!

Seit 2006 haben Neonazis aus dem Kreis der so genannten "freien Kameradschaften" "Trauermarsch"-Aktionen in Bad Nenndorf organisiert. Das Ziel, diese Propaganda-Aktion zum größten Aufmarsch zur Verbreitung von faschistischer Ideologie in ganz Norddeutschland werden zu lassen, ging nicht auf. Zwar zielten die Organisatoren vom rechten Rand mit ihrer Werbung für diesen traurigen Aufzug auch auf GesinnungsgenossInnen aus Europa. Sie verbreiteten ihre Aufrufe u.a. in Französisch, Griechisch, Niederländisch, Spanisch, Finnisch und Englisch. Hatten sie zunächst wachsenden Zulauf (max. ca. 1.000 alte und neue RechtsextremistInnen), nimmt die Attraktivität ihrer Inszenierung aber seit 2011 glücklicherweise kontinuierlich ab. 2014 kamen nur noch ca. 190 von diesen letzten „wahren Deutschen“.

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Dazu hat – neben dem Aufwachen, das die Aufdeckung der NSU-Terror-Szene sowie die skandalöse Untätigkeit der zuständigen Behörden, nach sich zog - die wachsende Gegenwehr vor Ort entscheidend beigetragen: Aus anfänglich jugendlichen Protesten entstanden vielfältige Aktionen gegen diese Nazi-Märsche. Eine neue Initiative, „Bad Nenndorf ist bunt“, entwickelte sich als Bürgerbündnis – und 2009 erhielt die kleine Kurstadt für die kreativen und Generationen übergreifenden Protestaktionen die Auszeichnung „Ort der Vielfalt“.

Das Bündnis gegen Rechtsextremismus in Bad Nenndorf informiert kontinuierlich über die Proteste, Informationsveranstaltungen und die Aktivitäten, die jetzt schon jahrelang mit einem immer breiteren Kreis vieler demokratischer Kräfte der Zivilgesellschaft organisiert werden – und auch weiterhin starke Unterstützung brauchen: www.bad-nenndorf-ist-bunt.com.

Eins ist klar: In Bad Nenndorf ist nur das Moor braun – Nazis haben hier nichts verloren! Die kreativen und bunten Protest-Aktionen der letzten Jahre werden von Organisationen, Institutionen und Einzelpersonen aus Schaumburg sowie von Landesverbänden der Parteien, Gewerkschaften und Jugendverbände aus ganz Niedersachsen unterstützt.
Was in den letzten Jahren geschah? Dazu einige Berichte und Fotos!

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Zukunft braucht Erinnerung

Für Antworten auf die Frage: „In welcher Gesellschaft wollen wir leben?“ ist der Blick auf die Geschichte unerläßlich. Als soziokulturelles Zentrum ist es für uns unstrittig, dass eine aktive Erinnerungsarbeit zur Vorgeschichte der Diktatur in Deutschland, den Verbrechen des NS-Regimes und den Verantwortlichkeiten für die Shoa wie auch die Wiederherstellung einer demokratisch verfassten Gesellschaft ab 1945 feste Bestandteile unserer demokratischen Kultur sein müssen.

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Bürgerschaftliches Engagement

Die breit entwickelten Möglichkeiten einer aktiven Bürgergesellschaft in einer globalisierten Welt, in der wir leben, unterscheiden die heutige Zeit grundlegend von Entwicklungsbedingungen der ersten Demokratie-Phase unserer Geschichte, der Weimarer Republik. Trotzdem gilt weiterhin: Demokratie muss von allen immer wieder neu erlernt und angeeignet werden, gesellschaftliche Partizipation gilt es immer wieder neu einzufordern und umzusetzen.

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Schule ohne Rassismus

Gerade Kinder und Jugendliche haben dabei heute gute Möglichkeiten, sich zu artikulieren, selbstgestaltete Beiträge sind möglich. Der Blick und die Kontakte über den Tellerrand hinaus gibt dazu neue Anregungen in einem Europa der Vielfalt.

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Als Kulturzentrum unterstützen wir die europäische Jugendinitiative „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“; mit aktiven Vereinsmitgliedern und NutzerInnen aller Altersgruppen beteiligen wir uns an den zivilgesellschaft- lichen Protesten gegen die Aufmärsche der Neonazis in Bad Nenndorf; als Kooperationspartner stehen wir für Jugend- Initiativen und Schul-Projekte zur Verfügung.

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Förderverein ehemalige Synagoge

Von 2006–2008 haben wir zusammen mit Partner-Organisationen aus Stadt und Region - darunter dem Projekt „für demokratie courage zeigen“ (Landesverbände der Naturfreunde- und DGB-Jugend) - zum Andenken an die Opfer des Nazi-Terrors in der Pogrom-Nacht am 9. November 1938 verschiedene Ausstellungs-Projekte in Stadthagen entwickelt. Diese Angebote der offenen Jugendarbeit, Jugendkultur und politischen Bildung boten Informationen über Rassismus, Antisemitismus und die Entwicklung der Neuen Rechten, insbesondere die rechte Jugendszene. Gleichzeitig lenkten die Beiträge den Blick auf verschiedene Möglichkeiten, hier und heute selbst gegen Rassismus aktiv zu werden.

Seit 2009 richtet sich die Aufmerksamkeit in Stadthagen auf die Erinne- rungsarbeit, die der Förderverein der ehemaligen Synagoge Stadthagen begonnen hat. Insbesondere die aktive Einbeziehung von SchülerInnen ist ein wichtiger Schritt, das Anliegen dieser demokratischen Bildungsarbeit unter Jugendlichen zum Thema zu machen.

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Aktionswochen gegen Antisemitismus

Bei Interesse organisieren wir Berichte und Diskussionen für SchülerInnen (in der Regel ab der 8. Klasse) sowie für Konfirmanden- oder SeniorInnen- Gruppen u.a. Interessierte - gerne auch nachmittags und abends. Themen- und Termin-Vereinbarung: Tel. 05721 – 893770

Einen geeigneten Zeitrahmen für Gespräche und Diskussionen bieten z.B. die jährlichen „Aktionswochen gegen Antisemitismus“ vor und nach dem 9. November.

Ermutigen
http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/die-stiftung-aktiv/ermutigen/

Aktionswochen
http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/die-stiftung-aktiv/gegen-as/
was-tut-die-stiftung/aktionswochen-gegen-antisemitismus/

Die Aktionswochen sind eine Initiative der Amadeu Antonio Stiftung, Initiative für Zivilgesellschaft und demokratische Kultur:

"Die Aktionswochen gegen Antisemitismus sind die bundesweit größte Kampagne gegen Antisemitismus. Das Ziel dieser Initiative ist es, an vielen Orten gleichzeitig rund um den 9. November ein breites Spektrum von Veranstaltungen gegen Antisemitismus zu organisieren, zu vernetzen und Diskussionen über verschiedene Facetten des Problems zu initiieren.

Die „Aktionswochen“ starteten 2003 – relativ beschaulich – mit zwanzig Partnerorganisationen; sind aber schnell gewachsen: Im Jahr 2008 gab es 170 Kooperationspartner, die 400 Veranstaltungen an 150 Ortschaften der Bundesrepublik durchführten. Die im Rahmen der Aktionswochen stattfindenden Veranstaltungen reichen von Vorträgen über Workshops, Stadtrundgängen, Ausstellungen bis hin zu Theateraufführungen. Der Kreativität unserer Partnerinnen und Partner sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Die Amadeu Antonio Stiftung unterstützt die Initiativen bei der Ideenfindung, Realisierung und Durchführung der lokalen Veranstaltungen, sowie mit breiter Öffentlichkeitsarbeit".

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Die >alte polizei< im denkmalgeschützten Ensemble
mit Renaissance-Schloss und dem Museum Amtspforte