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alte polizei AKTUELL:
Bad Nenndorf bleibt bunt …!

update 10.08.2011 13:40 h

   


Bunt statt braun 2011 | Summary (english): Colorful not brown |

Pressespiegel |


Bad Nenndorf am 5. und 6. August 2011 „Bunt statt braun“ – Gemeinsam Neonazi-Aufmarsch stoppen!

Zivilgesellschaft immer effektiver gegen Neonazis

Die Proteste im kleinen Kurort Bad Nenndorf gegen die Import-Nazis, die hier seit 2006 jährlich eine als „Trauermarsch“ verbrämte Verherrlichung des NS-Staates betreiben, hat 2011 an Qualität und Quantität gewonnen. Die Zahl der Neonazis nimmt ab. Wann wird es gelingen, den Neonazi-Marsch zu stoppen?

„Einstehen gegen Rechts“ - mit der Dekoration der Neonazi-Route begann am Freitag, 05.08., das Protestwochenende in Bad nenndorf. Hunderte waren beteiligt, die Strecke bunt zu gestalten, Fahnen, Strassen-Bemalung, Banner, Plakate. Erstmals wurde die Fassade des Wincklerbades, Zielpunkt der Neonazis, mit einem Riesenbanner verkleidet: „Gesichter für Bad Nenndorf – Bunt statt braun“. Zweite Premiere: Eine Menschenkette vom Wincklerbad zum Bahnhof, 600-700 Menschen symbolisierten: „Dies ist unsere Stadt – Nazis haut ab!“. Mehrere Foto-Galerien dokumentieren den Volksfest-Charakter dieser Aktionen: „Bad Nenndorf kann's!“.

Die Proteste am Samstag, 06.08., fanden mehr Zulauf als je zuvor: „Bad Nenndorf setzt sich zur Wehr“ . Die Protestkette gelang ein 2. Mal: Angefangen mit einer Demonstration aus dem Nachbarort Rodenberg zum ökumenischen Gottesdienst im Kurpark, dann von der Konzertmuschel zur Auftaktkundgebung der Nenndorfer Demonstration am Bahnhof. Von dort zum Mahnmal für die jüdischen Opfer der Pogromnacht – und zur 3. Innovation: Privat-Partys direkt entlang der Bahnhofstrasse. Lautstark konnten Bad NenndorferInnen und ihre Gäste an der Nazi-Route ihren Protest artikulieren, „face to face“. Die Redner der Neonazi-Kundgebung am Wincklerbad waren zum Teil kaum zu verstehen. Die Verherrlichung der braunen Helden und der Waffen-SS, die Absichtserklärungen, „diese Republik auf den Abfallhaufen der Geschichte“ zu befördern, der blanke Rassismus - „Unsere Uniform ist die Farbe unserer Haut“ - all das ging im Vuvuzela-Protest-Konzert der NenndorferInnen unter. Alle Welt kann es sehen: Bad Nenndorf bleibt bunt! Selbst die Nazi-Sprecher mussten auf unserem Motto stehen – dank Mal-Aktion vom Freitag.

2011 bekamen die BürgerInnen, das Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“ und der DGB sowie die Stadtverwaltung bereits im Vorfeld mehr Unterstützung als zuvor. Rodenberg, Haste, Stadthagen, Hohnhorst, Obernkirchen, Bückeburg, Hannover, Minden, Bielefeld – viele Menschen haben das grossartige Engagement für Demokratie gegen die Feinde der Demokratie mitgetragen. Wenn in Zukunft auch das politische Schaumburg wacher wird, kann eine noch breitere Mobilisierung möglich machen, was den Genehmigungsbehörden bisher nicht gelang: Nazi-Aufmärsche stoppen!

Bad Nenndorf against Nazis -
Short summary for friends from outside Germany:

German civil society movement against Neo-Nazi alliances

Stadthagen/Lower Saxony, Aug. 11, 2011. On the first weekend in August this year, three public meetings by far-right Nazi-organisations occured in Germany, confronted by manifestations of democratic forces. In the town of Gera, a city in the federal state of Thüringen in East-Germany, protests confronted a Nazi-music-event; in the national capitol of Berlin, the distribution of Nazi-leaflets and -posters, advertising for the coming local election, was disturbed; in Bad Nenndorf, Lower Saxony in Northern Germany, a common action of citizen movements stood up against a Nazi-riot. All together, some thousend people acted out against Nazi-influence in our society this weekend.

Watching the image-galeries from Bad Nenndorf (www.altepolizei.de, Bad Nenndorf ist bunt) gives an impression, how colourful and creative people's answer against the march of Nazi-organisations was this year. 
Since 2006, far right groups bring their followers here once a year; 2010 about 1.000, this year only about 600 Neonazis came.

As a journalist and friend from Bangladesh said, there are degenerative and regenerative forces in our societies. The regenerative and democratic ones should win the social, political and cultural hegemony! Get more information about the colourful Bad Nenndorf! (www.bad-nenndorf-ist-bunt.com).

   

Freitag-Nachmittag in Bad Nenndorf:
„Einstehen gegen Rechts“ mit Volksfest-Stimmung

Mehrere Hundert Menschen sind dabei, die gesamte Route der Neonazis vom Bahnhof zum Wincklerbad und durch die Kurhaus- und Horster Strasse bunt zu dekorieren. „Bunt statt braun“: Ab 17 Uhr ist die Strecke für den Autoverkehr gesperrt, ein Straßenmal-Team ist unterwegs, um das Motto der Bürger-Aktionen zig-fach auf den Asphalt aufzutragen, über den am Samstag die Neonazis laufen müssen. An den Fahnenstangen vorm Thermalbad und am Bahnhofs- Vorplatz wehen schon seit Tagen die langen Fahnen „Bunt statt braun“. Am Wincklerbad wird Freitag ein Riesen-Poster mit 179 Portraits installiert: „Gesichter für Bad Nenndorf – Bunt statt braun“. Die hohen Banner über der Bahnhofstrasse gibt es sonst nur zum Schützenfest. Jetzt ist dort schon von weitem zu lesen: „Bad Benndorf wehrt sich“, „Gemeinsam gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus“, „Nazi/Aufm/ärsche/stoppen“, „Wir sind für Toleranz und Demokratie“, „Gedenken? Geht denken!“.

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„Bunt statt braun“: Viele BürgerInnen haben die magenta-farbenen Banner an ihre Hausfassaden gehängt. Unzählige verschämte Nazis verstecken sich auf einem Poster hinter dem Spruch „Bunt statt braun“. Mehrere Organisationen haben ihre Plakatbretter zum Einsatz gebracht. Besonders viel Mühe haben sich die DekorateurInnen am Kindergarten, der Berlin-Schule und dem alten Gymnasium gemacht: Fenster, Türen und Hausfassaden zeigen den bunten Protest gegen die Neonazis. Die ausstehende Antwort von Innenminister Schünemann auf die mehrfache Einladung aus Bad Nenndorf zum Gespräch ist Thema für einen Senior: „Wo bleibt Innenminister Drückemann?“ steht auf seinem Sandwich-Brett.

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Die ersten Fotogalerien des Tages bieten am diesem Wochenende bereits anschauliche Eindrücke dieses ersten bürgerbewegten Protest-Tages, an dem bis zu 700 Menschen aktiv beteiligt waren:

Galerie 1:
http://www.sn-online.de/
  Protest gegen Nazi Demo in Bad Nenndorf

Galerie 2:
Einstehen gegen Rechts - Bad Nenndorf 05.08.2011

http://www.flickr.com/photos/cephir/sets/72157627364593940/

Galerie 3:
http://igmetall-nienburg-stadthagen.de/
 
Bad-Nenndorf-ist-bunt

Galerie 4:
NDR, 07.08.2011: Bad Nenndorf wehrt sich bunt:
http://www.ndr.de/regional/  … badnenndorf205.html

Galerie 5:
http://sn-online.de/
  … Protest gegen den Trauermarsch in Bad Nenndorf …

Galerie 6:
Naziaufmarsch in Bad Nenndorf am 06.08.2011
http://www.flickr.com/photos/cephir/sets/72157627271914255/

Höhepunkt der gemeinsamen Aktion „Einstehen gegen Rechts“ war im Anschluß an die Straßen-Dekoration und die Kundgebung vor dem Wincklerbad eine Menschenkette, die von dort bis zum Bahnhof reichte. Alt und Jung dokumentierten eindrucksvoll: „Bad Nenndorf gehört uns – Nazis raus!“.

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Die SprecherInnen der Kundgebungen am Wincklerbad und am Bahnhof drückten aus ihrer jeweiligen Perspektive die Notwendigkeit und ihre Unterstützung für den gemeinsamen Kampf gegen das Denken und Handeln der Neonazis aus: Steffen Holz (DGB), Marina Jalowaja (Jüdische Gemeinde & Bündnis Bnib) und Bernd Reese (Samtgemeinde Nenndorf) sowie Andreas Kühne-Glaser (Ev.-Luth. Landeskirche Grafschaft Schaumburg) und Dekant Stefan Bringer (Kath. Kirche Schaumburg).

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Der Protest-Samstag -
Bad Nenndorf setzt sich zur Wehr

Der 6. August begann mit dem Zug des Rodenberger Bündnisses gegen Rechts zum Ökumenischen Gottesdienst, zu dem die Jüdische Gemein- de zusammen mit der Evangelischen und Katholischen Kirche eingela- den hatten. An der Demonstration, die anschließend in der Bornstraße begann und die vom Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“ organisiert wur- de, nahmen laut DGB bis zu 2.000 Menschen teil. Die Zahl der Neona- zis wird von der Polizei mit 640 beziffert.

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Die SprecherInnen der Anfangs-Kundgebung, Mitglieder des VfL, Bürgermeisterin Olk, Andreas Gehrke (DGB) und Charly Braun (VVN/BdA) betonten den Willen und die Notwendigkeit, den Neonazis gemeinsam entgegenzutreten und das Verbot ihrer öffentlichen Auftritte zu fordern.

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Die Demonstration zog auf kurzem Wege zum Gedenkstein für die jüdischen Opfer des NS-Regimes in der Kurhausstraße. Dort gab es mit einer musikalischen Eröffnung und einem Abschluß durch die Jazz- Gruppe Chessnut sowie Liedern des Gitarristen und Songwriters Ferdy Doernberg künstlerische Beiträge von Bad NenndorferInnen – und natürlich eine Reihe von Wortbeiträgen aus dem breiten Spektrum der Protest-Bewegung.

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Hauptredner war hier Franz-Joseph Möllenberg, Mitglied im DGB-Bun- desvorstand, der sich sehr beeindruckt vom dem bunten, breiten Pro- test zeigte und aufrief, weiter gemeinsam gegen Rassimus, Antise- mitismus und Fremdenfeindlichkeit aufzustehen. Unter dem Eindruck der Attentate in Norwegen durch einen militanten Islam-, Fremden- und Demokratiehasser forderte er mehr Demokratie in allen Lebens- bereichen und entschiedene Proteste gegen Menschenfeindlichkeit aller Art.
Die 1. stellvertretende Ländrätin Helma Hartmann-Grolm erklärte die Solidarität des Landkreises Schaumburg mit den Protesten gegen die Neonazi-Aufmärsche. Superintendent Andreas Kühne-Glaser machte deutlich, dass über den Erfolg friedlicher Proteste hinaus die „Kärtner- arbeit“ für ein demokratisches Miteinander in Kindergärten, Schulen, Jugendorganisationen und Verbänden zu leisten sei.

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Uwe Märtens brachte Grüße vom Bündnis Rodenberger gegen rechts, das sich in der Nachbargemeinde gegen Neonazis und für eine demokratische Stadtgesellschaft einsetzt.
Anne Kuehns stellte die Position des Bündnisses „NS-Verherrlichung stoppen“ vor, das den Protest gegen Neonazis als einen Baustein im Kampf um eine bessere Welt versteht und auf den Zusammenhang des Erstarkens rechtsradikaler Kräfte Ungerechtigkeit, weltweiter Armut und Ungleichheit hinweist. Mit Djevdet Berisa, der für den Verein Romane Aglonipe und das Roma-Treffen Norddeutschland sprach, nahm zum 1. Mal ein Sprecher der Minderheit der Sinti und Roma teil, die mehr als 500.000 Opfer des Holocaust beklagen – aber auch Solidarität suchen für den Kampf gegen Antiziganismus heute.

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Für die politischen Parteien ergriffen Sigrid Leuschner (SPD, MdL), Werner Bövers (CDU, Vorsitzender des Samtgemeindeverbandes Nenn- dorf) und Heidrun Hettrich (Die Linke, MdB) das Wort. Sigrid Leuschner erlebt als stellvertretende Vorsitzende im Innenausschuß des Nds. Landtages die politischen Auseinandersetzungen um Verbote von Neonazi-Veranstalungen direkt mit. Sie plädierte für rechtzeitige Reaktionen aller demokratischen Kräfte gegen Rechtsextremismus. Katja Keul (Bündnis 90/Die Grünen, MdB) konnte nur Grüße übermit- teln; sie versuchte zu dieser Zeit, zwischen Polizei und jungen Demon- strantInnen zu vermitteln, die mit ihren Bussen von der Polizei festge- halten wurden. Werner Bövers berichtete vom Beschluss des Hohn- horster Gemeinderates, gegen Rassimus, Demokratiefeindlichkeit und Intoleranz zu protestieren. Heidrun Hettrich betonte den menschen- verachtenden Charakter der NS-Ideologie und erinnerte daran, dass Faschismus immer auch Krieg bedeute. Zur Gedenken an die Opfer der Nazi-Dikatatur und die Opfer des Atombomben-Abwurfs auf Hiroshima am 6. August 1945 legte sie Blumen am Mahnmal für die Opfer des NS-Regimes nieder.

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Bahnhofstrasse – Party-Meile

Das Bad Nenndorfer Bündnis hatte dazu aufgerufen, „dem SA-ähn- lichen Aufmarsch der Neonazis lautstark Paroli zu bieten“. In diesem Jahr realisierten erstmals mehrere GastgeberInnen eine neue Pro- test-Variante: Sie luden zu Feiern in ihren Vorgärten und in Gaststät- ten entlang der Bahnhofstrasse ein. Damit konnten mehrere Hundert Gäste den Neonazis recht nah ihren lautstarken Protest zu hören geben. AnwohnerInnen feierten am Nachmittag dieses 2. Protest-Ta- ges ein Straßenfest in der Hindenburgstrasse oder machten sich hinter den polizeilichen Absperrungen lautstark bemerkbar.

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Bad Nenndorf – eine Protestaktion mit Breitenwirkung

Für alle Beteiligten ist die Entwicklung breiter Bürger-Proteste gegen die Neonazis in Bad Nenndorf ein Lernprozeß. „Aufstehen statt zuschauen“ ist zur gemeinsamen Idee geworden. Vielfalt und Kreativität haben die Kraft der Proteste gesteigert, die Beteiligung der Bad Nenndorfer Bevölkerung wächst kontunierlich. 
Viele Organisationen und Institutionen protestieren gegen die Absicht von „Autonomen Nationalisten“ und „Freien Kameradschaften“, Bad Nenndorf zu ihrem jährlichen Aufzug zu nutzen, um hier die NS-Verbrechen zu relativieren und zu verherrlichen. Der DGB, mehrere Parteien, Organisationen und Institutionen sowie zunehmend mehr Einzelpersonen bereiten im Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“ die gemeinsamen Aktivitäten vor. Die Jüdische Gemeinde ist Mitbegründerin des Bündnisses „Bad Nenndorf ist bunt“, die evangelische Gemeinde ist dabei, zusammen mit der katholische Kirche sind sie mit Beiträgen an den Protest-Kundgebungen gegen Rechts vertreten.
„Bad Nenndorf wehrt sich“ sagt auch die Mehrheit der Ratsmitglieder und MitarbeiterInnen der Verwaltung, Samtgemeinde-Bürgermeister Reese und Bürgermeisterin Olk sind federführend an den Protesten beteiligt. Jugend-Organisationen der SPD, von Bündnis 90/Die Grünen, der Linken sowie antifaschistische Organisationen wie der VVN/BdA, Bündnisse gegen Neonazis aus anderen Regionen wie der Westheide bis hin zu jungen Antifa-Gruppen wie dem „Bündnis gegen die NS-Verherrlichung“ mobilisieren gegen den Neonazi-Umzug durch Bad Nenndorf.
Aus der Region Schaumburg setzen sich seit Jahren Bürger-Gruppen wie das „Bündnis Rodenberg gegen Rechts“, Kultureinrichtungen wie das Kulturzentrum Alte Polizei, Stadthagen, und Verbände wie die AWO Schaumburg gemeinsam mit dem Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“ gegen den Versuch von Neonazi-Organisationen ein, den Kurort zu ihrer neuen Wallfahrtsstätte zu machen. 


Nenndorf – Samtgemeinde & Nachbarn stehen auf gegen Rechts

Viel ist in diesem Jahr bereits im Vorfeld des Protest-Wochenendes passiert. So haben sich in drei der vier Mitglied-Gemeinden der Samtgemeinde Nenndorf die politischen Gremien, Stadt- und Gemeinderäte, mit Resolutionen gegen die Neonazi-Veranstaltung ausgesprochen und zur Beteiligung an den Protesten aufgerufen. Auch die Stadträte in den Nachbargemeinden Rodenberg und Stadthagen haben Resolutionen verabschiedet und ihre BürgerInnen zur aktiven Beteiligung aufgerufen. In Haste haben sich GrundschülerInnen mit dem Zusammenleben aller Menschen beschäftigt, dazu ein Theaterstück geschrieben und Bilder zur Dekoration des Haster Bahnhofs gemalt, der ein Umsteigepunkt für die Neonazi ist. Von Haste startete am Samstag ein Fahrrad-Korso zur Demonstration nach Bad Nenndorf. Bürgermeister, LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen, alle Generationen machen mobil: „Für Vielfalt statt Einfalt“.


Neue Erkenntnisse gegen den Neonazi-Aufzug

Im Juli dieses Jahres erschien die Dokumentation „Das verbotene Dorf“ im Offinzin-Verlag, Hannover, mit Dokumenten und Analysen zur Geschichte des Wincklerbades als Verhörzentrum der britischen Armee 1945-1947. Neben der Aufklärung und Information über den historischen Kontext dokumentieren die Autoren Utz Anhalt und Steffen Holz auch die Bedeutung der Neonazi-Veranstaltung für die Politik der Neuen Rechten in Deutschland und Nord-Europa, die 2005 mit dem Verbot der jährlichen Aufzüge in Wunsiedel einen zentralen Treffpunkt verloren haben.
Ob der Landkreis als untere Genehmigungsbehörde für öffentliche Veranstaltungen bzw. übergeordnete Entscheidungsinstanzen im nächsten Jahr den politischen Willen und genügend Argumente für ein juristisch haltbares Verbot des Neonazi-Aufzugs haben werden, die einer gerichtlichen Überprüfung standhalten, bleibt abzuwarten. 2011 ist bei den Neonazis von „Trauer“ um ihre NS-Helden nicht mehr die Rede, sie erklären Bad Nenndorf im Internet zum „Schlachtfeld“ für ihre Ideologie. Eine Auswertung der Reden, darunter Beiträge bekannter Holocaust-Leugner, das Absingen verbotener Lieder, das Auftreten mit verfassungsfeindlichen Symbolen und die Drohungen gegen Menschen und Einrichtungen, die überfallen werden sollen, führen inzwischen auch beim Verfassungsschutz zu eindeutigen Bewertungen.

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Wann wird der Neonazi-Aufmarsch in Bad Nenndorf verboten?







     

Die >alte polizei< im
denkmalgeschützten Ensemble
mit Renaissance-Schloss und dem
Museum Amtspforte